Die Macht der Videos

Seit dem Moment als ich das erste Mal von der Idee, mit Videos nach Mitarbeitern zu suchen, gehört habe, war ich ziemlich begeistert davon. Recht schnell folgte allerdings die Ernüchterung. In der Vergangenheit gab es einfach zu viele Beispiele dafür, wie man es nicht tun sollte.

Ich muss nun aber auch sagen, dass auch die (zugegeben oft ziemlich geil gemachten) Videos die man mittlerweile bei vielen Unternehmen findet nicht wirklich mein Ding sind. Denn was sind diese sonst, außer einer weitern Hochglanzwerbung?

Wie sollte ein Video im Recruiting aussehen?

Für mich persönlich sollte ein Recruitingvideo grundsätzlich immmer drei Eigenschaften mitbringen:

  1. Authentisch. Ja, ich weiß. Das liest man in mittlerweile jedem Blog, dass alles möglichst authentisch sein soll. Aber eine verwackelte Handkamera und ein paar „mh“s und „ähm“s machen ein Video noch nicht authentisch. Maßregel war und ist für mich immer: der Mitarbeiter soll ehrlich zu Wort kommen. Warum denn nicht einmal auch im Video zur Sprache kommen lassen, dass die Arbeit hart ist und dass die Firma am A**** der Heide liegt. Wie viel mehr Wert ist dann doch am Ende die Aussage, dass es sich trotzdem lohnt!
  2. Zielgruppengerecht. Auch das klingt immer wie eine Binsenweisheit, wird aber oftmals nicht genug umgesetzt. Jede Bewerbergruppe hat etwas anderes, was sie anspricht. Den Techi spreche ich eher mit der Tatsache an, wie Innovativ meine Projekte sind. Die Kassenkraft will wissen, ob es die Arbeitszeiten zulassen, dass sie ihre Tochter Nachmittags von der Schule abholen kann. Aufstiegschancen in ungeahnte Höhen interessieren die in der Regel erstmal einen Sch***
  3. Kurz. Die Versuchung ist groß, alles was man tolles über das Unternehmen und die Arbeit dort zu berichten hat in ein einziges Video zu packen. In der Regel nutzen jedoch bereits jetzt 50% aller Besucher einer durchschnittlichen Karriereseite diese von mobilen Endgeräten aus. Die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne bei diesen VIdeos liegt bei ca. 1. Minute. Danach schaltet der Zuschauer ab. Bei einem richtig tollen Video vielleicht etwas länger. Also haltet euch, auch wenn es schwer fällt, kurz!

Meine persönlichen Erfahrungen mit Videos im Recruiting

Ich hatte in den letzten paar Jahren das große Glück, für ein Unternehmen zu arbeiten, dass sehr viel Wert auf ein innovatives Recruiting legte. So haben wir z.B. einen Recruitingleitfaden entwickelt, der die Bearbeitung einer Bewerbung innerhalb von 14 Tagen sicherstellen sollte (siehe dazu mein Artikel „Die 10 Tage Bewerbung„). Wir haben unsere Karriereseite auf den Kopf gestellt, die Stellenanzeigen neu geschaltet… und wir haben ein paar richtig tolle Recruitingvideos gedreht.

Ich weiß, dass sich jetzt die Personalmarketiere in vielen Konzernen und Agenturen totlachen. Aber ich finde, für ein mittelständisches Unternehmen mit ca. 1000 Mitarbeitern haben wir da schon etwas gutes auf die Beine gestellt und ich bin stolz, ein Teil des Teams gewesen zu sein.

Deshalb mein Appel: auch kleine Unternehmen sollten keine Scheu haben! Einen ziemlich guten Leitfaden mit ein paar tollen Ideen habe ich auf Youtube gefunden: „Making a Great Recruitment Video is Easier than You Think“

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