Gibt es „einen“ Fachkräftemangel?

In personalpolitischen Diskussionen gibt es meistens eine Art Glaubenskrieg um die Frage, ob es in Deutschland nun einem Fachkräftemangel gibt oder nicht.

Beide Seiten haben so Ihre Argumente. Während jeder, der in letzter Zeit mal einem speziellen Softwareentwickler gesucht hat weiss, ist das gar nicht so einfach. Die meisten der betroffenen würde also einen Fachkräftemangel spontan bezeugen.

Auf der anderen Seite gibt es die, die (nicht zu Unrecht) feststellen, dass es ja aber immerhin noch genügend Arbeitslose und Jugendliche ohne Ausbildungsplätze in unserem Land gibt.

Bei Seiten werden wohl ein bisschen recht haben aber ob es hier einen Königsweg gibt, wage ich zu bezweifeln.

Was ist ein Fachkräftemangel?

Stellt sich also die Frage: „Was ist Fachkräftemangel?“

Wikipedia definiert ihn folgendermaßen:

Als Fachkräftemangel bezeichnet man den Zustand einer Wirtschaft, in dem eine bedeutende Anzahl von Arbeitsplätzen für Mitarbeiter mit bestimmten Fähigkeiten nicht besetzt werden kann, weil auf dem Arbeitsmarkt keine entsprechend qualifizierten Mitarbeiter (Fachkräfte) zur Verfügung stehen. Anzeichen für einen Fachkräftemangel können etwa überdurchschnittliche Gehaltsentwicklungen einer Fachrichtung sein. Diese Gehaltsentwicklungen sind jedoch sehr selten.

Viel schlauer sind wir jetzt erstmal nicht. Im Laufe der vielen Diskussion habe ich mir daher meine eigene Definition zurecht gelegt:

Ein Fachkräftemangel besteht, wenn ein Personalbedarf nicht oder nur unzulänglich…

  • zur richtigen Zeit
  • am richtigen Ort
  • in der richtigen Menge
  • zum richtigen Preis
  • und in der richtigen Qualität / Qualifikation

gestillt werden kann.

Damit ist klar, dass es vielleicht genug Ingenieure gibt (Menge) aber nicht in der benötigten Fachrichtung (Qualifikation). Ebenso kann es sein, dass das Unternehmen vielleicht keine konkurrenzfähigen Gehälter zahlt (Preis) oder schlicht an einen miesen Standort (Ort) gewählt hat etc..

Der Weisheit letzter Schluss?

Für jemanden der das Thema studiert hat oder über eine entsprechende Aus- oder Weiterbildung verfügt dürfte das nichts wirklich neues sein. In dieser politisch aufgeladenen und auch oft emotional geführten Debatte fand ich es damals aber wichtig, diese Definition für mich so festzuhalten.

Natürlich interessiert mich eure Meinung. Besonders die der HR-Praktiker. Wie geht ihr in solche Diskussionen und habt ihr vielleicht eine detailliertere Definition dazu?

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