Recruiting als Treiber der Digitalisierung

Letzens habe ich mich auf Twitter ja mal wieder richtig blamiert, indem ich einen Artikel aus dem Jahr 2015 mit dem Titel „5 Gründe, warum sich das Recruiting professionalisieren sollte!“ als einen der besten Artikel gelobt habe, den ich seit langem gelesen habe. Jetzt könnte man sagen: „Wer das Datum lesen kann ist klar im Vorteil!“ oder man könnte schlussfolgern, dass dieser Artikel seit 2015 nicht von seiner Bedeutung verloren hat. Ich tendiere zu letzterem.

 

Ein Zitat aus dem Artikel ist mir allerdings besonders im Kopf geblieben:

 

4-) Unsere technischen Tools sind fluide.

Besonders hart trifft es Personaler im Toolbereich – sie haben sich an die Veränderlichkeit ihrer Tools gewöhnt. Schließlich werden HR Tools immer dem Rest der IT oder Unternehmensorganisation untergeordnet. Wer hat definitiv den letzten ersten Computer bekommen in den Unternehmen? HR – da reichte damals auch die Schreibmaschine mit Speicherfunktion. Welche SAP Modul wurde immer als letztes einführt? HR. So geht es weiter. HR hat gelernt von der Pike auf damit umzugehen und nimmt deshalb eine gesunde Distanz zu den kommenden und gehenden ‚technischen Hilfen‘ an. Und da das Recruiting die Speerspitze des HR ist und derzeit der i-Punkt im Fachkräftemangel, ist diese bisher gesunde Distanz ungesund geworden.

 

Dabei ist es auch so, wie ein paar Absätze weiter oben in dem Artikel beschrieben: Recruiting ist eine sehr junge Proffesion. Und genau das kann unser Vorteil sein! Wir sind die jungen wilden im Recruiting! Wir können uns unabhängig von den eingefahrenen Strukturen unserer HR-Kollegen bewegen.

 

Und wir haben die Wahl der Mittel, da es keine „erfahrene, alte Hasen“ gibt, die uns mit „das war schon immer so“ kommen könnten. Uns steht eine komplett grüne Wiese, eine Spielwiese, zur Verfügung. Mit all dem schönen Spielzeug, das andere Fachbereiche für uns entwickelt haben! Big Data, Bots, Influencer Marketing, Social Media-Marketing, Recruitingvideos, Events, etc. etc. etc.. Wir haben eine ganz neue Art von Software, nämlich die Bewerbermanagementsysteme, hervorgebracht. Und wir haben Prozesse und Strukturen geschaffen, die Schnelligkeit und Agilität in den Einstellungsprozess gebracht haben. Wir haben die Candidate Journey erfunden, während unsere Kollegen am liebsten noch ein Schild mit der Aufschrift „Personal gesucht!“ am Werkstor aufgehängt hätten!!! Mit unserem Berufsstand startete auch die Digitalisierung in vielen Unternehmen.

 

Lasst uns diese Stärken nutzen! Recruiting kann Treiber der Digitalisierung im HR, und sogar im ganzen Unternehmen sein! Unsere Anforderungen, die letztendlich die Wünsche der Bewerber wiederspiegeln sollten, sind Treiber von Veränderungen, brechen Strukturen auf und schaffen Prozesse, an die vor 10 Jahren noch nicht zu denken war.

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