Active Sourcing – der perfekte Workstyle-Blend




Wenn man einmal eine gewisse Zeit (unfreiwillig) außer Gefecht gesetzt ist, dann hat man Zeit sich auch einmal auf einer etwas höheren Flughöhe als dem normalen Alltagsgeschäft mit bestimmten Themen auseinander zu setzen. So ging es auch mir. Dabei hatten es mir, unter anderem, die Themen Old- und New Work im Kontext von Active Sourcing angetan.

 

Old- vs. New Work

 

Dabei wäre nun erst einmal zu differenzieren, was mit den Begriffen Old- und New Work überhaupt gemeint ist. Das „Gründerszene Lexikon“ sagt dazu:

 

Das Konzept New Work bezeichnet die neue Arbeitsweise der heutigen Gesellschaft im globalen und digitalen Zeitalter. (…) Die zentralen Werte des Konzepts von New Work sind die Selbstständigkeit, die Freiheit und die Teilhabe an der Gemeinschaft. New Work soll neue Wege von Freiräumen für Kreativität und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit bieten und somit etwas wirklich Wesentliches und Wichtiges zum Arbeitsmarkt beitragen. Auf diese Weise wird echte „Handlungsfreiheit“ ermöglicht. Der selbstbestimmte Handel steht hier im Vordergrund, wobei die alten starren Arbeitsmethoden der Vergangenheit angehören.

 

Einfacher gesagt, ist „Old Work“ eher geprägt von „Arbeit nach Anweisung“. Das bedeutet, dass jeder Mitarbeiter nur in begrenztem Maße über eigene Entscheidungskompetenz verfügt. Entscheidungen, welche über einen fest definierten Entscheidungsspielraum hinaus reichen, müssen stets (wie in einer Einlinienorganisation üblich) von der nächsthöheren Instanz abgesegnet werden.

 

Auf der anderen Seite steht mit „New Work“ die Antwort auf ein verändertes Arbeitsbedürfnis der heutigen Fachkräfte. Das diese Fachkräfte heute mehr und mehr nach einem Sinn in ihrem Tun suchen und sich selbst in ihrer Arbeit verwirklichen wollen schreien mittlerweile auch die letzten Spatzen von den Dächern. Aber um einen Sinn in meinem Tun zu finden und auch nur im Ansatz so etwas wie Selbstverwirklichung in meiner Arbeit zu finden, muss ich in der Lage sein, diese in erhöhtem Maße selbst zu gestalten, kreativ zu werden und eigene Ideen auch umsetzen zu können.

 

„New Work“ und Recruiting

 

Nun könnte man diese Erkenntnisse natürlich ohne Probleme auf das komplette Recruiting übertragen. Natürlich wurde früher in der Mitarbeitergewinnung sehr starr gedacht. Uns allen kommt dabei, im Kontext mit „Old Work“, das Bild des Herrn Generaldirektor in den Kopf, der eines Tages ein Schild ans Werkstor hängt:

Arbeiter gesucht!

Und am nächsten Morgen steht eine lange Schlange vor dem Werk und der Direktor sucht sich eine Hand voll passender Kandidaten aus.

 

Diesem Bild diametral entgegengesetzt erscheinen uns die aktuellen Entwicklungen, in deren Verlauf wir uns fragen, wie wir den noch mehr auf die Erfordernisse des „Kunden“ (Bewerber) anpassen können. Wie können wir noch besser auf unsere Vakanzen aufmerksam machen? Wie noch besser unsere Werte und Visionen vermitteln?

 

Und damit sind wir auch schon am Kern, in dem sich „New Work“ und Recruiting treffen. Wir müssen es schaffen, den dringend gesuchten Fachkräften zu vermitteln, dass es bei „uns“ nicht nur um stupides abarbeiten von Aufgaben geht, sondern dass es darum geht ein gemeinsames Ziel zu erreichen, indem es eben auch um die Bedürfnisse der Arbeitnehmer geht.

 

Warum ausgerechnet „Active Sourcing“

 

Warum also kommt mir bei diesem Thema ausgerechnet das „Active Sourcing“ in den Kopf? Weil es, wie ich denke, die perfekte Verschmelzung der besten Eigenschaften aus „New- und Old Work“ ist. Ich nenne das den „perfekten Workstyle-Blend“.

 

Zum einen bedient sich das Active Sourcing an einem der effizientesten Werkzeuge des „Old Work“: harten Kennzahlen. Jeder hasst sie, die meisten nutzen sie und nicht passt, oberflächlich betrachtet, schlechter in ein Unternehmen, welches sich Mitarbeiterengagement etc. auf die Fahne geschrieben hat. Aber seien wir mal ehrlich: sie funktionieren einfach. Es ist eine Binsenweisheit, dass dem „Gesetz der großen Masse“ folgend, die Zahl der (positiven) Antworten steigt, je mehr potentielle Interessenten man anschreibt. Und natürlich steigt in dieser Methode die Anzahl der Kandidaten, die durch unpassende Ansprache, Massenmails und Spam abgeschreckt werden.

 

Deshalb muss diese Methode vermischt werden mit dem besten das „New Work“ zu bieten hat: dem Fleiß und der Kreativität der Recruiter. Und wenn diese Multiplikatoren das Gefühl haben, dass ihre Arbeit einen Sinn macht und sie diese in einer profesionellen Art und Weise „erfüllt“, dann werden sie diese positive Einstellung auch auf potentielle Kandidaten übertragen.

 

Was meint ihr? Ist es möglich eine angemessene Zahl von Anschreiben auf entsprechend hohem Niveau abzusetzen? Können wir entsprechend viele Kandidaten möglichst individuell ansprechen? Hinterlasst eure Gedanken in den Kommentaren!

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